Zur Aufbereitung des Schwarzwassers wurde eine mehrstufige Anlage, ähnlich einer miniaturisierten Kläranlage, erdacht und konzipiert. Im Unterschied zur Kläranlage stand aber nicht die möglichst optimale Reinigung eines Abwassers im Fokus, sondern die Reduzierung bzw. die Elimination von CSB, Bakterien, Viren, Schwermetallen und Spurenstoffen bei gleichzeitigem Erhalt der Nährstoffkonzentration auf hohem Niveau. Die Schwarzwasseraufbereitungsanlage (SWAA) wurde als Pilotanlage modular entwickelt und setzt sich aus einer mechanischen Vorbehandlung, einer aeroben Behandlungsstufe und einem Membranbioreaktor (MBR) zusammen.

|Aufbereitungsstufen

Das Schwarzwasser wird zunächst in einem Pufferbehälter zwischengespeichert. Von da aus wird es mit einer Schneidradpumpe in die SWAA gepumpt. Die Schneidradpumpe zerkleinert grobe Bestandteile im Schwarzwasser und homogenisiert dieses zugleich. In einem Filtrationsbehälter werden Feststoffe >10 mm vom Schwarzwasser abgeschieden und in den Abwasserkanal geleitet. Der Filterüberstand gelangt in zwei parallel betriebene belüftete Reaktoren. Diese können wahlweise aerob und anaerob, parallel und in Reihe betrieben werden. In den Reaktoren wird, wie im Belebungsbecken einer Kläranlage, die organische Fracht abgebaut. Das vorgeklärte Schwarzwasser wird hiernach in den MBR gepumpt. Hier erfolgt zunächst eine weitere Oxidation, bevor mit Hilfe der Membran Keime und andere Schadstoffe aus dem Schwarzwasser entfernt werden. Das Permeat der Membran entspricht bereits dem Flüssigdünger. Der Flüssigdünger wird in einem Vorratstank gespeichert. Die im Prozess entstehenden Schlämme werden als Prozessrückstände direkt in die Kanalisation geleitet. Die gesamte Anlage ist mit Messtechnik ausgestattet, so dass Durchflüsse, Temperaturen, pH-Werte, O2-Gehalte und Füllstände überwacht werden können. Die SWAA-Pilotanlage wird kontinuierlich und vollautomatisch 24h am Tag betrieben. Mittels Datenfernübertragung kann die Anlage überwacht und gesteuert werden.